Ich hatte jahrelang mein Konto bei einer Sparkasse. Eigentlich eine sympathische Bank, lokal verankert und irgendwie gemeinnützig. Wenn ich dann aber doch mal beraten werden wollte, war die Sparkasse das alles aber gar nicht mehr. Mehrmals haben Mitarbeiter versucht, mir Produkte anzubieten, die ich gar nicht brauchte. Oder sie haben mir Produkte zu sehr teuren Konditionen angeboten ohne auf günstigere Angebote, auch bei anderen Banken, hinzuweisen.
Was blieb, war das Gefühl, dass diese Bank nicht in meinem Sinne handelt. Es ging nicht um mich, sondern um Unternehmensziele und Provisionen. Und so hat sich schließlich das Verhältnis eingependelt: Die Bank gönnt mir nichts, ich gönne der Bank nichts.
Dabei ist gerade das Banking stark vom Vertrauen abhängig. Ich vertraue meiner Bank mein Geld an. Warum nehme ich es dann hin, wenn ich zu meinen Ungunsten beraten werde? Sollte ich der Bank dann überhaupt noch mein Vertrauen schenken?
Ein bewährter Ansatz: Die Genossenschaft
Genossenschaften funktionieren nach einem einfachen Prinzip. Alle Mitglieder, also die Genoss:innen, sind die Eigentümer der Genossenschaft. Ansonsten ist die Genossenschaft niemandem verpflichtet, vor allem nicht großen Unternehmen. Die Genossenschaft gehört nur sich selbst.
Auf eine Bank übertragen heißt das, dass sie nur ihren Mitgliedern, also ihren Kund:innen verpflichtet ist. Es gibt keine Anreize für schlechte oder falsche Beratungen. Wenn Gewinne erzielt werden, machen sie nicht Superreiche noch reicher, sondern sie werden entweder an alle Genoss:innen ausgeschüttet oder direkt wieder in die Bank investiert.
Aber was ist denn so neu an diesem Ansatz? Es gibt doch bereits Genossenschaftsbanken in Deutschland, etwa die vielen Volks- und Raiffeisenbanken, die Sparda- und PSD-Banken. Allerdings sind die meisten dieser Banken in ihrer Struktur sehr alt. Bisherige Genossenschaftsbanken gelten nicht gerade als innovativ. Die VR-Banken weigern sich zum Beispiel seit Jahren, Google Pay zu unterstützen. Und wer einmal die VR-Banking-App benutzen musste, spürt die Jahrzehnte an technischen Altlasten, die diese Banken mit sich herumschleppen.
Neobanken sind praktisch, aber nicht wirklich kundenorientiert
Wer schon einmal die Apps von Neobanken wie N26 oder Revolut ausprobiert hat, kann beobachten, wie einfach das Einrichten eines Girokontos oder das Verwalten von Budgets, virtuellen Kreditkarten oder Unterkonten sein kann. Die Apps dieser Banken sind modern, schnell und einfach zu benutzen. Sie sind der Goldstandard, dem viele ältere Banken heute nacheifern. Anstatt für viele Anliegen einen Termin beim Bankberater zu vereinbaren oder lange Formulare auszufüllen, lassen sich die meisten Aufgaben einfach selbst erledigen, direkt in der App.
Aber hinter der modernen Fassade sind die Neobanken knallharte Konzerne. Natürlich lassen sich durch die Selbstbedienungs-Apps viele Mitarbeitende einsparen. So können die Banken sehr günstige Preise oder sogar kostenlose Konten anbieten. Schwierig wird es aber, wenn doch einmal ein Problem auftritt. Etwa bei falschen Abbuchungen auf der Kreditkarte oder bei ungewöhnlichen Kontobewegungen. In solchen Fällen ist der Kundendienst oft kaum erreichbar oder bei kleinsten Verdachtsfällen wird direkt einmal das Konto gesperrt. Bei klassischen Filialbanken reicht in solchen Fällen meist ein Anruf oder Besuch in der Filiale. Bei Neobanken steht man häufig alleine da.
Viele Onlinedienste werden schrittweise immer schlechter
Die Grundidee der Neobanken ist bereits sehr richtig: Banking mit einer guten App so leicht und einfach machen, dass jeder es versteht und die meisten Aufgaben einfach selbst erledigen kann. Ein Problem mit vielen digitalen Diensten ist das der Enshittification, also das schrittweise Verschlechtern bestehender Onlineplattformen, damit Unternehmen noch mehr Gewinne machen können.
Einige Beispiele gefällig? Youtube spielt seit einigen Jahren immer penetranter Werbung aus, damit mehr User das Premium-Abo abschließen. Microsoft bindet in Windows und Office immer häufiger die eigenen teuren Copilot-KI-Dienste ein, obwohl der tatsächliche Nutzen begrenzt ist. Adobe bietet seine Kreativsoftware inzwischen nicht mehr zum Kauf sondern nur noch als Abo an, weil so höhere Gewinne erzielt werden können.
Im Augenblick sind Neobanken noch nicht genügend etabliert, um sich diese schrittweise Verschlechterung leisten zu können. Aber in einigen Jahren wird der Punkt erreicht sein, an dem sie immer aufdringlicher Produkte empfehlen werden, die viele User nicht benötigen. Oder die Konditionen für Bestandskunden werden Schritt für Schritt unattraktiver. Viele Digitalkonzerne haben nicht nur gelernt, wie man Apps baut, die einfach zu bedienen sind, sondern auch wie man User in die Irre führt und vom eigenen Produkt abhängig macht.
Eine Genossenschaftsbank, aber digital
Genossenschaftsbanken handeln also ausschließlich im Interesse ihrer Mitglieder, sind aber eher konservativ und schwerfällig. Und Neobanken machen das Banking digital und einfach, bieten aber schlechten Kundenservice und bergen das Potenzial, mittelfristig gegen das Interesse der eigenen Kundschaft zu handeln. Wir möchten die positiven Aspekte beider Ansätze verbinden, um die jeweils negativen Aspekte zu überwinden.
Die Beispielbank soll eine digitale Genossenschaftsbank sein. Technisch modern mit einer einfach zu bedienenden App, die aber ausschließlich im Interesse ihrer eigenen Mitglieder handelt und so Enshittification verhindert. Mit hohem Automatisierungsgrad, um die Kosten gering zu halten, aber ohne dabei am Kundendienst zu sparen. Und schließlich mit echter Mitbestimmung: Wer ein Konto eröffnet, wird Mitglied in der Genossenschaft und kann über die Beispielbank mitbestimmen. Welche Strategie soll die Beispielbank langfristig verfolgen? In welche Branchen soll investiert werden und in welche nicht? Welche Funktionen sollen für die App entwickelt werden? So wird die Beispielbank wirklich zur Bank, die dir gehört.
Was die Beispielbank tut, wie investiert wird und wofür Geld ausgegeben wird, all das wird transparent veröffentlicht. Die Beispielbank ist keine Blackbox, sondern soll ein positives Beispiel für Transparenz in der Finanzbranche werden.
Wenn du auch eine Bank möchtest, die wirklich dir gehört, dann unterstütze uns gerne bei unseren ersten Schritten. Wir starten bald ein Crowdfunding und verkaufen danach unsere ersten Genossenschaftsanteile. Wann wir mit dem Bankgeschäft starten und du dein Girokonto bei uns eröffnen kannst, kündigen wir bald an. Wir würden uns freuen, wenn du dabei bist!
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